Daten, Zahlen und Fakten (Das Silvester-Dossier 3/4)

Dieser Artikel gehört zum vierteiligen Silvester-/Feuerwerks-Dossier, das wir zusammen gestellt haben. Unser Kinderheim KIDZ Shelter befindet sich im südindischen Sivakasi, der Welthauptstadt der Feuerwerksproduktion.

Im letzten Teil hast Du bereits etwas zur Einstellung der Deutschen zu Silvester und den Feuerwerken lesen können. Das Unternehmen Statista hat uns freundlicherweise die Erlaubnis gegeben, in einige Daten genauer hineinschauen zu dürfen und diese auf dieser Seite auch zu veröffentlichen. Die folgenden Daten und Fakten zu Silvester sind aus Befragungen aus dem Jahr 2018. Grundlage ist die deutsche Online-Bevölkerung ab 18 Jahren.

Knaller und Böller gehören einfach dazu

Fragt man die Deutschen, was zu Silvester gehört, so nennen knapp zwei Drittel an erster und zweiter Stelle jeweils das Anstoßen mit Sekt (oder Champagner) an Mitternacht und/oder sich unter Freunden und Verwandten ein „frohes neues Jahr“ zu wünschen. Bereits auf dem dritten Platz werden „Raketen und Knaller“ genannt – 37% der Befragten verbinden dies untrennbar mit Silvester.

Abbildung 1: "Was gehört an Silvester für Sie dazu?"
Abbildung 1: „Was gehört an Silvester für Sie dazu?“

Auffällig ist, dass die jüngeren Befragten von 18-29 Jahren zu 45% dieser Aussage zustimmen, während die mittlere Altersgruppe von 30-59 Jahren zu 39% zustimmt, die Älteren über 60 Jahre nur noch zu 24% der Meinung sind, dass Knaller und Böller zu Silvester dazugehören.

Ähnlich verhält es sich auch mit der Frage, ob persönlich geböllert wird. Etwa ein Drittel (32%) der Deutschen gibt an, dies an Silvester zu tun. In der Mehrheit sind deutlich Männer (39% vs. Frauen 25%) und wieder die Jüngeren, hier mit 56% sogar deutlich über die Hälfte. Nur 15% der über 60jährigen zünden Feuerwerkskörper an Silvester.

Abbildung 2: "Zünden Sie persönlich Feuerwerkskörper?"
Abbildung 2: „Zünden Sie persönlich Feuerwerkskörper?“

In Teil 2 des Dossiers hast Du bereits die Angabe des Branchenverbandes gelesen, dass in Deutschland jährlich über 130 Millionen Euro für das Silvesterfeuerwerk ausgegeben wird (übrigens: 45.871 Tonnen werden aus dem Ausland importiert, nur 3.351 Tonnen werden exportiert).

Statista hat nach den Ausgaben pro Person gefragt. 37% geben an, mehr als 25 Euro jährlich auszugeben. 1,5% der Deutschen geben mehr als 100 Euro aus, bei den Jungen von 18-29 sind es sogar 5%.

Abbildung 3: "Wie viel geben Sie in der Regel für Feuerwerkskörper aus?"
Abbildung 3: „Wie viel geben Sie in der Regel für Feuerwerkskörper aus?“

Abschließend wurde noch erhoben, welche Art von Feuerwerkskörpern gekauft wurde. Hierzu wurde allen Personen, die angegeben haben, solche Produkte an Silvester zu kaufen, eine weitere Frage nach dem „Typ“ gestellt.

Abbildung 4: "Welche Feuerwerkskörper kaufen Sie?"
Abbildung 4: „Welche Feuerwerkskörper kaufen Sie?“

Dabei verteilen sich die verschiedenen Arten auf eine große Bandbreite. Familiensortimente, Feuerwerksraketen und Verbundfeuerwerke, die nur einmal gezündet werden können, werden jeweils von jedem vierten bis fünften Deutschen gekauft. „Abgeschlagen“ hingegen harmlosere Varianten wie Wunderkerzen oder einfache Böller.

Meinungen zum Silvesterfeuerwerk

Zusammenfassend ist zu sagen, dass ein doch großer Anteil an Silvester böllert und dafür auch bereit ist, etwas mehr Geld auszugeben. Es sind deutlich mehr Männer als Frauen und es sind vor allem die jüngeren Deutschen, die gerne böllern.

Fragt man die Bevölkerung nach den Einstellungen zu Silvester fällt schlüssigerweise das Gegenteil auf: Frauen und Ältere sind deutlich kritischer als ihre „gegensätzlichen“ Gruppen. Beinahe die Hälfte der Frauen findet es aus Tierschutz- (47%) bzw. Umweltgründen (46%) verantwortungslos „zu viel“ zu böllern, 34% weisen zudem auf die Kosten hin. Bei den Männern sind es „nur“ 31%, 33% bzw. 27%.

Abbildung 5: Einstellungen der deutschen (Online-) Bevölkerung zu Silvesterfeuerwerken.
Abbildung 5: Einstellungen der deutschen (Online-) Bevölkerung zu Silvesterfeuerwerken.

Konfrontiert man die Deutschen mit der sehr plakativen Aussage „Silvesterausgaben sollten lieber genutzt werden um gegen die Hungersnot in der Welt zu kämpfen“, so stimmen nur 23% der Befragten dieser Aussage überhaupt zu. Während Frauen und Männer an dieser Stelle nur etwas auseinander gehen, zeigt sich umso deutlicher eine Alterskluft. Nur ganze 12% der 18-29jährigen sehen das Motto „Brot statt Böller“ zutreffend, bei den über 60jährigen ist es immerhin mehr als jeder dritte Bürger.

Abbildung 6: Silvesterausgaben vs. Hungersnot in der Welt
Abbildung 6: Silvesterausgaben vs. Hungersnot in der Welt

Im Vergleich dazu fallen einige der folgenden Statements überraschend hoch aus. 86% der Befragten benennen das Müllproblem, 61% plädieren für ein Innenstadtverbot, 60% stimmen der Aussage zu, dass es in großen Städten nur offizielle Feuerwerke geben sollte und 43% möchten Silvesterknalle komplett verbieten lassen.

Abbildung 7: Aussagen und Zustimmungswerte zu Silvesterknallern
Abbildung 7: Aussagen und Zustimmungswerte zu Silvesterknallern

Einmal mehr zeigt sich, wie das Thema „Feuerwerk an Silvester“ polarisiert. Denn umgekehrt ist es fast genau die Gegenseite von 56% die angibt, „einmal im Jahr sollte böllern einfach erlaubt sein“.

Es kann also festgestellt werden, dass wir zwei ähnlich große Gruppen an Befürwortern und Ablehnern von Feuerwerken an Silvester in Deutschland haben. Die „aktiven“ Böllerer sind dabei nur eine Teilmenge der Befürworter, vor allem sind es jüngere Männer, die gerne zu den Knallern greifen.

Alle Daten sind mit freundlicher Erlaubnis der Statista GmbH in Hamburg zur Verwendung überlassen worden. Statista ist einer der führenden Anbieter für Markt- und Konsumentendaten. Danke für die Verwendung im Rahmen dieses Dossiers!

Im letzten Teil des Dossiers folgt nun eine Übersicht, warum wir uns alle kritisch mit dem Silvesterböllern auseinandersetzen sollten.

> zu Teil 4/4 des Dossiers